Kreisverband Wangen e.V.

Rumänien 2002

Hilfe die ankommt!

Rumänientransport vom 04.09. August 2002

Schikane
Rotes Kreuz steht 14 Stunden an der rumänischen Grenze

ISNY (Di)
Mehr als 42 Stunden benötigte der Hilfsgütertransport des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Wangen, in der vergangenen Woche, um zum elften mal 38 Tonnen Hilfsgüter in das 1.200 km entfernte Timisoara(Temeschburg) im Westen Rumäniens zu bringen. Insgesamt zwölf Helfer waren mit zwei Sattelzügen der Firmen Zollikofer (Seibranz) und Roos (Ravensburg), sowie zwei Begleitfahrzeugen sechs Tage unterwegs, um mit ihren Hilfsgütern insbesondere mittellosen Rentnern und Waisenkindern im ehemals deutschsprachigen Banat eine Freude zu machen.
Wenn alles glatt läuft ist diese Strecke mit 40Tonner Sattelzügen innerhalb eines Tages zu bewältigen, so Einsatzleiter Johann Wachter gegenüber unserer Zeitung. Aber bereits an der ungarischen Grenze fehlte in den vom DRKLandesverband in Stuttgart zusammengestellten Transportpapieren ein wichtiges Dokument. Dieses nachträglich zu organisieren kostete schon zu Beginn des Transportes sechs Stunden Zeit und 240 Euro Strafe. Bedingt durch diese Verzögerung wurde die ungarischrumänische Grenze bei Nadlak erst nach Mitternacht erreicht. Um 2 Uhr morgens ging dann nichts mehr. Auf der Hilfsgüterliste waren neben 20 Tonnen Infusionslösungen und lebenswichtigen Medikamenten für die Temeschburger Kliniken auch Mehl und weitere Nahrungsmittel für die Armenküche aufgeführt. "Für den Import von Mehl benötigen sie eine Lizenz" wurde dem begleitenden Kreisverbandsarzt, Kreisrat Dr. Wolfgang Dieing aus Isny kurz bedeutet. Und diese kann frühestens am nächsten morgen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest organisiert werden. Am nächsten Morgen stellt sich dann heraus, dass diese Lizenzpflicht nur für gewerbliche Transporte gilt. Hilfstransporte benötigen sie nicht. Dafür waren jetzt die Transportpapiere, die Nachts kein Hindernis gewesen wären, plötzlich nicht mehr in Ordnung. Nach jeweils längerer Wartezeit verlangte die Zollbeamtin mehrfach schriftliche Erklärungen, dass sich bestimmte Waren, die sich nicht auf den Ladelisten befanden, auch nicht auf den LKW's befinden. Erst um 14.30 Uhr konnten die Sattelzüge schließlich den Zollhof verlassen. Noch zwei Stunden Fahrzeit bis zum Ziel. Da Temeschburg nun aber nicht mehr vor 16 Uhr zu erreichen war, erfolgte vor Ort keine Zollabfertigung mehr. Noch ein verlorener Tag. Am nächsten Nachmittag, und damit 24 Stunden später als geplant, konnte dann aber mit dem Abladen begonnen werden. Die Rentner und ehemaligen Straßenkinder waren dankbar und glücklich, dass man sie noch nicht vergessen hat. Dafür möchte sich die Bevölkerung Rumäniens auf diesem Weg ganz besonders bei den Spendern bedanken, so das Rote Kreuz in seinem Pressebericht.
Neben der Eigeninitiative des hiesigem Roten Kreuzes wurde der Transport auch in diesem Jahr von Mathilde Pfeffer aus Tannau (Bodenseekreis) unterstützt, die ihrerseits in den vergangenen Monaten Hilfsgüter für die Armenküche in Temeswar sammelte und die Hilfsaktion zusammen mit ihrer Tochter persönlich begleitete.

Generell konnten die am Hilfstransport beteiligten Helfer erneut Fortschritte seit dem Transport vom letzten Jahr erkennen. Die Straßen und Tankstellen entsprechen zwischenzeitlich unserem Standard. Derzeit werden in den Großstädten die Häuser und Plätze renoviert. Die Warenregale sind voll. Es gibt praktisch alles zu kaufen nur die Warenpreise sind für die meisten Bewohner Rumäniens, insbesondere die Waisenkinder und die Rentner praktisch unbezahlbar. Die Inflationsrate stieg erneut um 30%. An den Wechselstuben kostete ein Euro 32.000 rumänische Lei. Letztes Jahr waren es nur 24.440 Lei! Die Renten wurden in der Vergangenheit dagegen nur unwesentlich erhöht. Die alten Menschen können kaum ihre Miete bezahlen. Da bleibt den meisten für Nahrungsmittel oder Heizmaterial nichts mehr übrig.
Eigentlich sollte man nach den Schikanen an der Grenze die Hilfslieferungen einstellen, so Dieing weiter. Aber wer diese Armut gesehen hat, weis dass er auch im nächsten Jahr wieder kommen muss.

Für Spenden, insbesondere zum Kauf von Nahrungsmitteln und Heizmaterial für den kommenden Winter, steht beim DRK Kreisverband das Sonderkonto 70 668 051 bei der Volksbank Wangen (BLZ 650 920 10) zur Verfügung

Erstellt von: Version: 11.06.2007 © 2008 DRK Kreisverband Wangen e.V.