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Retter üben im neuen Felderhaldetunnel


Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Felderhaldetunnels absolvierten Feuerwehren und Rettungsdienste aus Baden-Württemberg und den angrenzenden bayrischen Landkreisen eine Abschlussübung. Das 800 Meter lange Objekt ist die neue Ortsumgehung von Isny.

Vertreter des öffentlichen Lebens, der Verwaltungen, der Feuerwehren und der Rettungsdienste verfolgten aufmerksam den abendlichen Einsatzverlauf. Sachkundig erläutert von Oliver Surbeck, Kreisbrandmeister Landkreis Ravensburg.

„Bei einem leichten Auffahrunfall in der Tunnelmitte beginnt an einem Lkw ein Reifen mit starker Rauchentwicklung zu brennen“, lautet die Vorgabe. 40 Insassen nachfolgender Autos flüchten aus ihren Fahrzeugen durch die Fluchtstollen und über die Portale ins Freie. Panik erfasst einen Autofahrer: Er fährt in eine Gruppe Flüchtender. Mehrere Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Ein anderer Autofahrer wendet sein Gefährt trotz starker Sichtbehinderung und kollidiert bei der Ausfahrt mit einem entgegenkommenden Wagen. Dessen Insassen werden verletzt und eingeklemmt.

Bei Ankunft der Einsatzkräfte sind die Schranken zum Tunnel geschlossen. Rauch dingt nach außen. Die Entrauchungsanlagen sind nicht eingeschaltet. Sie werden nach Maßgabe der Feuerwehr in Betrieb genommen. Einsatzleiter Albert Morgen: „Bei einer Schadenslage dieser Art müssen alle Arbeiten in der Ersteinsatzphase unter Atemschutz durchgeführt werden. Um den Anforderungen gewachsen zu sein, wurde entsprechendes technisches Gerät beschafft und die Einsatzkräfte in der Handhabung geschult.“

Ruhig und geordnet laufen die Hilfsmaßnahmen von beiden Seiten des Objekts an. Über das Westportal wird ein massiver Löschangriff vorgetragen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Zugang Ostportal durch mehrere verunfallte Autos versperrt ist. Hier kann nur ein Erstangriff eingeleitet werden. Die Menschen in den Fluchtstollen wurden gerettet und medizinisch an Verletztensammelplätzen erstversorgt. Um den Brand von mehreren Seiten erfolgreich zuleibe zurücken, wurde über einen Fluchstollen ein weiterer Schaumangriff vorgetragen. Die Wasserversorgung erfolgte über lange Wegstrecken.

Nach Meinung der Beobachter kann eine Schadenslage in dem Objekt bewältigt werden, wenn alle beteiligten württembergischen und bayrischen Dienste und Einrichtungen auch zukünftig in Abständen die Zusammenarbeit üben.

Das 4,50 Meter hohe und 10,60 Meter breite Bauwerk befindet sich sowohl auf württembergischem als auch auf bayrischem Gebiet. Bei einem Stau können bis zu 150 Fahrzeuge im Tunnel vorhanden sein. Die Sicherheitseinrichtungen entsprechen den neuesten EU-Richtlinien. Im Tunnelgebäude befindet sich eine Videoüberwachung, ebenso wie auf der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Ravensburg sowie weitere technische Anlagen, um die Tunnelnutzer über Lautsprecher warnen bzw. durch Inbetriebnahme der Entrauchungsanlagen schützen zu können.

Quelle: Südkurier Kreis Ravensburg

Erstellt von: Martin Held Version: 20.07.2009 © 2008 DRK Kreisverband Wangen e.V.