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Kreisversammlung 2016

"Auf das Rote Kreuz kann man sich verlassen"

Zur jährlichen Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes Wangen sind fast
200 Personen ins Isnyer Kurhaus gekommen.
Die Zahlen, die Präsident Stefan Locher, präsentierte, waren beeindruckend. Allein
567 aktive Mitglieder gibt es im DRK-Kreisverband Wangen mit seinen sieben
Ortsvereinen, dazu kommen noch 216 Jugendliche. Mit den fast 8500
Fördermitgliedern sind das rund 9000 Menschen, also knapp acht Prozent der
Bevölkerung, die Mitglied im Kreisverband sind. Dass der Verein außerdem auf
einem soliden, finanziellen Fundament steht, machte den Präsident weiter stolz.
Auch Hans Heinz, DRK-Landesgeschäftsführer, und Oliver Surbeck,
Kreisbrandmeister, wiesen in ihren Grußworten auf die große Stabilität und
Wichtigkeit dieses Vereins hin. Surbeck bedankte sich für eine gute Zusammenarbeit
mit Landratsamt und Feuerwehr bei 150 000 Einsätzen im Jahr, die von der Leitstelle
Oberschwaben koordiniert würden, und für den "starken Partner beim Thema Asyl".

2000 Notfalleinsätze im vergangenen Jahr

Locher bedankte sich bei den mehr als 150 anwesenden aktiven DRKlern für die
"hervorragende Teamarbeit". Allein 2000 Notfalleinsätze habe es im vergangenen
Jahr für das DRK gegeben. Alle Rotkreuz-Themen, egal ob Betreuung, Erste Hilfe,
Tafelläden oder Altkleidersammlung, hätten miteinander zu tun. "Gerade beim
Thema 'Leben im Alter' sehen wir das gut", so Locher, "wir passen auf, dass niemand
wegläuft, aber wenn jemand weggelaufen ist, suchen wir ihn". Lob gab es auch für
das Helfer-vor-Ort-System, das zu 100 Prozent mit Ehrenamtlichen funktioniere, für
die ruhige Kooperation mit dem Kreisverband Bodenseekreis, für die große
Rettungshundestaffel, für Kindergärten und Pflegedienst. Stolz mache ihn auch,
dass die Anzahl der Teilnehmer bei Erste-Hilfe-Kursen seit vier Jahren um fast 50
Prozent gestiegen sei. Die Kurse von zwei auf einen Tag zu reduzieren, sei ein
richtiger Schritt gewesen. Mehr als 5000 Teilnehmer hätten im vergangenen Jahr
einen Kurs besucht. Auch für Kleiderladen, Tafelläden und Flüchtlingsarbeit hatte
der Präsident lobende Worte.
Mehr als 20 000 Kundenbesuche pro Jahr könnten allein die Tafelläden verzeichnen
und die Unterbringung von 300 Flüchtlingen wäre vorbildlich abgelaufen. "Zeichen
der Menschlichkeit" seien hier gesetzt worden und hätten gezeigt, "dass man sich
auf das Rote Kreuz voll verlassen kann".
Das solide finanzielle Fundament bestätigte im Anschluss Schatzmeister Oliver
Hutter, der mit einer Steigerung der Bilanzsumme auf mehr als 2,8 Millionen Euro
(bei einem Eigenkapital von 1,8 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von fast
151 000 Euro aufwarten konnte. Dies sei ein deutliches Plus von 40 000 Euro.

Singen, reden und noch viel mehr

Stefanie Vergens (li.), Manuela Sauter (Mi.) und Monika Grösser freuen sich auf viel Ressonanz für das neue Projekt. Auf dem Bild fehlt Susanne Burger von Herz & Gemüt.

DRK und Herz und Gemüt sehen Bedarf für ein Betreuungsangebot der Menschen mit Demenz. Am 7. Juli beginnen ein neues Projekt mit regelmäßigen Nachmittagen im Kindergarten Firlefanz.

Leutkirch (cik) – Susanne Burger von Herz und Gemüt hatte als Erste die Idee und fragte beim Deutschen Roten Kreuz nach. Die Notwendigkeit eines Betreuungsnachmittages für Menschen mit Demenz hat sie schon länger gesehen. Der DRK-Kreisverband Wangen e.V., war rasch überzeugt und nach einigen Gesprächen und der erfolgreichen Suche nach Personal und Räumen, ist es jetzt soweit. Einmal wöchentlich werden Menschen mit Demenz künftig dienstagnachmittags im DRK-Kindergarten für drei Stunden betreut. Ein organisierter Fahrdienst holt die Teilnehmer bei Wunsch auch ab und bringt sie wieder nach Hause. Die Kosten pro Nachmittag können über die Betreuungsleistungen der Pflegekasse abgerechnet werden.

Manuela Sauter, mit den Menschen mit Demenz sehr erfahrene Pflegefachkraft aus Vogt, wird die Betreuungsnachmittage übernehmen. „Der Kontakt mit anderen ist sehr wichtig. Die Kommunikation nimmt im Alter sowieso ab, viele verlassen dann das Haus gar nicht mehr“, sagt die gerontopsychiatrische Fachkraft. Und deshalb werden Redemöglichkeiten geboten, aber auch andere Aktivitäten wie Musik, Gesang, Fingerfertigkeit, Gedächtnistraining und Bewegung. „Und wir werden unsere DRK-Bewegungsprogramme integrieren“, so Monika Grösser, „in welcher Form genau, werden wir noch sehen.“ Wichtig ist ihr, dass sich die Menschen mit Demenz in einer geschützten Umgebung begegnen und wohlfühlen können. „Unser Angebot geht nach dem Alzheimer Konzept auf die Bedürfnisse und die Ressourcen der Menschen mit Demenz ein“, so die Sozialleiterin des DRK-Kreisverbandes. Bedarf für dieses Angebot ist jedenfalls da. „Auch für Angehörige soll das Angebot eine Abwechslung im Pflegealltag und eine Kommunikationsmöglichkeit sein“, so Monika Grösser, „denn Kontakt zu Menschen in ähnlichen Lebenslagen und der Austausch stärken die zwischenmenschliche Beziehung und das Verständnis für die Betroffenen.“

Stefanie Vergens, die Leiterin des Kindergarten Firlefanz, ist überzeugt, „dass wir ein gutes Miteinander haben.“ Und der Kindergartenstandort hat noch einen weiteren Vorteil. „Menschen mit Demenz reagieren nämlich im Allgemeinen sehr gut auf Kinder“, so Manuela Sauter.

Um eine gute und individuelle Betreuung der Betroffenen an den Nachmittagen zu gewährleisten, sind neben der gerontopsychiatrischen Fachkraft auch Personen gefragt, welche ihr Interesse und ihr Engagement für Menschen mit Demenz in regelmäßigen Abständen freiwillig zur Verfügung stellen. Die freiwilligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten fachliche Begleitung sowie Fortbildungen nach dem Alzheimer Konzept. 

Weitere Informationen erteilt Monika Grösser vom DRK-Kreisverband Wangen e.V., Tel. 07562/9709-34, E-mail: monika.groesser[at]drk-kv-wangen[dot]de

Hilfe von einer erfahrenen Mutter

Das Deutsche Rote Kreuz bietet mit dem Kursprogramm „ElBa“ ein Jahr lang Unterstützung für Eltern von Säuglingen an.

Im Osten von Deutschland gibt es ElBa schon viele Jahre, und auch im Schwarzwald werden die Kursprogramme für Eltern (El-) und Babys (-Ba) gut angenommen. Das Deutsche Rote Kreuz macht jetzt im Kindergarten Piepmatz ab Februar ein erstes Angebot in der Region. Die 26jährige Erzieherin Anna Wagner aus Isny, die seit einigen Jahren im „Piepmatz“ arbeitet, hat ihre mehrwöchigen Fortbildungen hinter sich und freut sich auf die neuen Aufgaben. „Ich möchte vor allem Unterstützung sein für die Eltern der Neugeborenen.“ Dass sie selbst eine dreijährige Tochter hat und bei ihrer Unterstützung also aus Erfahrung spricht, macht das Angebot umso glaubhafter.


Das Kursprogramm, das sich in vier Blöcke von jeweils drei Lebensmonaten teilt und ein Jahr dauern wird, wendet sich an alle Eltern, die ein Kind im ersten Lebensjahr haben oder erwarten. „Der Wunsch, die eigenen Kinder optimal zu fördern und sie gesund und glücklich aufwachsen zu sehen, eint alle Eltern. ElBa will Eltern und Kindern helfen, die Potenziale dieser ersten, wichtigen Lebenszeit gut zu nutzen.“

Schwerpunkte in der Kleinkindpädagogik, der Entwicklungspsychologie sowie der Bewegungs- und Gesundheitsförderung waren Teil der Fortbildungen von Anna Wagner. „Ich weiß aber nicht alles besser, schreibe auch niemandem etwas vor, gebe höchstens ein paar Empfehlungen und möchte viel lieber, dass wir alle gemeinsam ins Gespräch kommen.“ Worüber gesprochen wird, dürfen die Eltern mitbestimmen. Eine Gruppe von mindestens fünf, aber nicht mehr als neun Eltern findet sich dann ab Februar einmal wöchentlich im Kindergarten in einem geschützten Raum zusammen, um sich mit den Babys und den Fragen dazu zu beschäftigen. „Da werden wir über Still- und Einschlafprobleme oder über die körperliche Entwicklung reden“, weiß die Erzieherin. Etwas ist ihr ganz wichtig: „Ich möchte vor allem Druck raus nehmen“, sagt die Säuglingsexpertin, deren eigene Tochter Viola „eigentlich ganz pflegeleicht war am Anfang“. „Wichtig ist der Austausch mit anderen und dass ich die Eltern beruhigen kann, wenn sich das Baby mit sechs Monaten zum Beispiel noch nicht dreht, denn die Spanne der möglichen Entwicklungen ist weit.“ Der Rotkreuzkindergarten und die Erzieherinnen hier sind Experten in Bewegungsentwicklung. „Wir beobachten genau, aber drängen niemanden.“ Anna Wagner wünscht sich, „dass sich beim einen dann vielleicht die innere Einstellung ändert und der andere bei uns vielleicht zur Ruhe kommt“. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Es wird zusammen gesungen und gespielt, geredet, gespürt und genossen. Spielmaterial wird genug da sein. Die Glücksspirale unterstützt das bundesweite Programm des Roten Kreuzes und hat die Grundausstattung mitfinanziert.
Eltern, deren Kinder bereits ein paar Monate alt sind, können jederzeit einsteigen. Auch muss nicht notwendigerweise das ganze komplette Kursprogramm gebucht werden. Jeder der vier Teile kann separat besucht werden.
Weitere Informationen (auch über Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung):

DRK Kreisverband Wangen, Frau Grösser (Tel: 07562-970934)
oder Kindergarten Piepmatz, Frau Wagner (Tel: 07561-8203076)

Der erste Kurs startet am 5.2., wöchentliche Treffen immer donnerstags von halb drei bis ca. 16 Uhr geplant, der gesamte Kurs kostet 270 Euro, der Stärke-Gutschein vom Willkommenspaket kann eingelöst werden.

Eröffnung DRK-Kleiderladen in Leutkirch

• Zur Eröffnung gibt es Salz und Brot. OB Hans-Jörg Henle, Jörg Kuon, DRK-Kreisverbands-Geschäftsführer, Monika Grösser vom DRK-Kreisverband, Daniel Ohmayer von der St.-Gallus-Hilfe, Bernhard Hösch, Geschäftsführer der St.-Gallus-Hilfe und Stefan Locher, Präsident des DRK-Kreisverbands (von links) freuen sich über den neuen Kleiderladen in der Leutkircher Innenstadt. sz-Foto: Teresa Winter

LEUTKIRCH - Aus zwei mach eins - das haben sich auch die Betreiber des neuen Kleiderladens in der Leutkircher Innenstadt gedacht und die alten Räume des Reisebüros Hutter und des Naturkostladens zusammengelegt. Am Montag wurde der Laden in der Werkhausgasse 8 eröffnet. "Wir glauben, dass es schön geworden ist", sagt Jörg Kuon, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Gemeinsam mit der St.-Gallus-Hilfe wurde das Projekt realisiert. "Die Menschen mit Behinderung helfen uns, indem sie die Waren sortieren. Was gut ist, kommt in den Laden, die schlechten Teile in die Lumpenfabrik", so Kuon weiter. "Etwa 15 Prozent der eingesammelten Kleidungsstücke werden weiterverkauft, alle anderen kommen in die Resteverwertung", ergänzt Bernhard Hösch, Geschäftsführer der St.-Gallus-Hilfe. Deshalb sei das Aussortieren ein großer Zeitaufwand, der sich aber lohne. "In Leutkirch gibt es viele Menschen, die den Kleiderladen brauchen", fährt Hösch fort. Auch alle anderen Bürger könnten dort einkaufen. Das Angebot ist vielfältig. Neben Second-Hand-Kleidung für Frauen, Männer und Kinder gibt es Bettwäsche, Handtücher, Taschen, Schuhe, Schmuck und vieles mehr. Große Umkleidekabinen bieten Platz - auch für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl.
"Unser Kleiderladen soll ein wichtiger Bestandteil im Leutkircher Einzelhandel werden", sagt Hösch. Es sei wichtig, dass viele Leute dort einkaufen, damit die laufenden Kosten wie Miete gedeckt werden können und "wir das Projekt lange am Leben halten", erklärt Kuon. Immer montags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr stehen ehrenamtliche Helfer im Kleiderladen bereit, um Kunden zu beraten. Monika Grösser vom DRK-Kreisverband Wangen und Daniel Ohmayer von der St.-Gallus-Hilfe sind hauptverantwortlich für das Projekt zuständig.
"Wenn wir mehr Helfer finden, können wir auch an weiteren Tagen den Laden öffnen", sagt Kuon. Sein Wunsch: Dass sich noch mehr Ehrenamtliche melden und dass der Laden von der Bevölkerung angenommen wird. Die Kleider, die im Laden angeboten werden, stammen aus den DRK-Kleidercontainern am Kaufmarkt, vor dem Kindergarten Firlefanz, vor dem Kindergarten Piepmatz, vor der St.-Gallus-Hilfe in der Nadlerstraße und vor der DRK-Rettungswache. Seit Januar werden die Kleidungsstücke aussortiert. "Wir haben bereits einen Lagerbestand", sagt Kuon stolz. Dennoch könnten gut erhaltene Sachen auch direkt im Kleiderladen vorbeigebracht werden. "Das haben auch schon Bürger gemacht, das freut uns sehr", fährt er fort. Die Preise seien in zwei Gruppen unterteilt. "Es gibt Preise für jedermann und ermäßigte Preise für einkommensschwache Kunden", sagt Kuon. Diese sollten als Nachweis den Ausweis vom Tafelladen oder ihren Arbeitslosenbescheid mitbringen und erhalten dann eine Berechtigungskarte im Kleiderladen. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle lobt das Leutkircher Projekt. "Der Laden bietet nicht nur Nachhaltigkeit, sondern ist auch ein Inklusionsprojekt. Außerdem ist es ökonomisch sinnvoll, wenn Kleider weitergegeben werden, denn für die Herstellung von Kleidung werden enorme Ressourcen benötigt." So passe der Kleiderladen zur nachhaltigen Stadt Leutkirch. Und noch etwas passe dazu, so Hösch. "Auch die Ladeneinrichtung ist nachhaltig, weil wir die bei der Auflösung des Landmarkts in Aichstetten gekauft haben. Darunter 4000 Kleiderbügel und mobile Regale." Weitere Informationen gibt es bei Monika Grösser, Telefon 0 75 62 / 97 09 34, und Daniel Ohmayer, Telefon 0 75 61 / 9 15 12 81.

Steigende Einsatzzahlen: Zwei zusätzliche Rettungswagen für Leutkirch und Ravensburg

Weil der Rettungsdienst immer öfter zum Einsatz gerufen wird, gibt es nun im Landkreis Ravensburg zwei neue Rettungswagen. Einer der  beiden zusätzlichen Rettungswagen wird ab dem 1. Juli 2014 in Leutkirch beim Roten Kreuz in der Memminger Straße stationiert. Der zweite Rettungswagen ist ab sofort bei den Johannitern in Ravensburg am Pfannenstiel im Einsatz. Beide Fahrzeuge sind werktags von 7 bis 19 Uhr einsatzbereit. Diese Entscheidung hat der für die Planung der Notfallrettung zuständige Bereichsausschuss für den Rettungsdienst (Hilfsorganisationen und Krankenkassen) angesichts der gestiegenen Anforderungen getroffen. Dr. Stefan Locher, Vorsitzender des Bereichsausschusses: „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den Krankenkassen den Rettungsdienst in der Region voran bringen werden. Ich bin sicher dass die beiden Rettungswagen einen wertvollen Beitrag zur kontinuierlich guten rettungsdienstlichen Versorgung und zur Sicherheit der Bürger leisten werden".